Pfefferspray beim Joggen
Es ist der Alptraum eines jeden Joggers, Spaziergängers und vieler Eltern: anscheinend völlig grundlos greift ein Hund an. Im ersten Moment reagieren die meisten Menschen völlig falsch – und der Hund beißt zu.
Schlagzeilen von schweren oder gar tödlichen Verletzungen durch einen Hundeangriff schüren die Ängste zusätzlich.
Aggressionen sind normal
Um zu verhindern, dass ein drohender Hund zubeißt, ist es hilfreich, ein wenig über das Verhalten der Hunde zu wissen. Wie alle im Sozialverband lebenden Tiere muss der Hund seinen Rang im Rudel sichern, er muss seine Nahrung und sein Territorium verteidigen. Hierbei sprechen Verhaltensforscher von offensiven Aggressionen, das heißt, ein Angriff ist durchdacht und zielgerichtet.
Erfolg bestätigt den Hund darin, dass sein aggressives Vorgehen richtig ist. Beispiel Briefträger: durch bedrohliches Bellen wird der Eindringling aufgefordert, das Revier des Hundes zu verlassen. Der Postbote tut dies auch – nicht, weil er Angst vor dem Hund hat, sondern weil er seine Post in den Briefkasten gesteckt hat und sowieso nicht rein kommen wollte. Der Hund aber sieht nur den Erfolg, den Eindringlich verjagt zu haben und probiert es am nächsten Tag wieder. Und wieder mit Erfolg! Von jetzt an wird er täglich mutiger, irgendwann wird er vielleicht durch schnappen seiner Verteidigungsstrategie Nachdruck verleihen. Postboten tragen diesbezüglich übrigens ein Pfeffer Spray bei sich.
Auf Signale des Hundes achten
Ein Angriff bedeutet für den Hund aber auch einen hohen Energieverbrauch und natürlich die Gefahr, selbst verletzt zu werden. Aus diesem Grund versuchen Hunde zuerst, dies zu vermeiden, was leider in den meisten Fällen von den Menschen nicht erkannt oder falsch interpretiert wird.
In der Begegnung mit einem offensichtlich aggressiven Hund kann es daher hilfreich sein, einige der Signale zu kennen. Lange bevor ein Hund knurrt, zeigt er durch wegschauen, Schnauze belecken und eventuell gähnen, dass er sich bedroht oder verunsichert fühlt. Dies kann durch zuviel Nähe, intensives Anstarren, eine bedrohliche Körperhaltung oder das Eindringen in das Territorium des Hundes ausgelöst werden. Reagiert das Gegenüber nicht auf die Beschwichtigungssignale des Hundes, kann es zur defensiven Aggression kommen.
Ruhe bewahren
Wer bei einem Hund diese Zeichen beobachtet, kann die Situation ganz schnell entspannen. Den Blick abwenden, Distanz aufbauen, oder, wenn der Hund direkt vor einem steht, stehen bleiben und erst, wenn der Hund sich zurückgezogen hat, ganz langsam weg bewegen.
Also: Die wichtigsten Tipps, wenn man einem aggressiven Hund gegenüber steht: Ruhe bewahren, keine hektischen Bewegungen, und vor allem: den Hund niemals anschauen.

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